Gude Hessen: lokal-o-mat in vier Städten gestartet

lokal-o-mat Team • 17.02.2026

Für die hessischen Kommunalwahlen im März hat die Wahl-O-Mat-Forschung Düsseldorf unter Leitung von Prof. Dr. Stefan Marschall gemeinsam mit der Hessischen Landeszentrale für politische Bildung am 18. Februar den lokal-o-mat vorgestellt. Wählerinnen und Wähler aus Frankfurt, Fulda, Kassel und Marburg haben die Möglichkeit auf lokal-o-mat.de, die eigenen Positionen zu 30 unterschiedlichen kommunalpolitischen Thesen mit denen der antretenden Parteien und Wählergruppen zu vergleichen.

„Viele Bürgerinnen und Bürger wissen oft nicht genau, über welche Dinge bei einer Kommunalwahl entschieden wird. Der lokal-o-mat möchte da gegensteuern und zur Beschäftigung mit Kommunalpolitik anregen“, erklärt Projektleiter Marschall. „Das Tool macht darauf aufmerksam, dass gerade auf der lokalen Ebene viele wichtige Themen verhandelt werden und dass die Wahl einen Unterschied für das konkrete Leben machen kann.“

Neben Themen, die in allen Kommunen von zentraler Bedeutung sind, wie die Verkehrsplanung oder Wohnungspolitik, wurden viele der Thesen spezifisch auf die einzelnen Städte zugeschnitten. „Um den Wählerinnen und Wählern mit dem lokal-o-mat einen tatsächlichen Mehrwert zu bieten, haben wir über mehrere Monate die kommunalpolitischen Debatten analysiert und jene Themen identifiziert, die im Wahlkampf tatsächlich relevant werden“, beschreibt Jonas Bongartz, Projektkoordinator des lokal-o-mat, den Entstehungsprozess.

Zusätzlich wurden junge Erwachsene aus den teilnehmenden Kommunen eingeladen, sich bei einem Workshop an der Erstellung der Thesen zu beteiligen. „Uns war es wichtig, dass der lokal-o-mat nicht nur für die Wählerinnen und Wähler vor Ort entwickelt wird, sondern auch mit ihnen. Gerade junge Menschen haben häufig neue Perspektiven auf die Themen ihrer Stadt, werden allerdings oft nicht ausreichend einbezogen“, erklärt Bongartz. Die finale Themenauswahl deckt jedoch nicht nur die Interessen junger Menschen ab, sondern berücksichtigt die aller Wahlberechtigten. Auf die Bedeutung der Kommunalwahl aufmerksam zu machen, ist auch das Ziel der Hessischen Landeszentrale für politische Bildung: „Bei keiner anderen Wahl bestimmen die Bürgerinnen und Bürger so konkret über ihr unmittelbares Lebensumfeld“, erläutert Direktorin Franziska Kiermeier.

Darauf weise man auch mit der Kampagne „Näher als du denkst!“ hin, u.a. in Form von Informationsmaterialien, Plakaten und Beiträgen in den sozialen Netzwerken. „Der lokal-o-mat ist kein digitales Extra – er ist ein Beitrag zur demokratischen Infrastruktur unseres Landes“, so Kiermeier. Zusätzlich hilft das Projekt der Wissenschaft mit einer Befragung der Nutzerinnen und Nutzer, die Funktions- und Wirkungsweisen von digitalen Wahlhilfen besser zu verstehen. „Auf kommunaler Ebene ist bislang wenig darüber bekannt, wie digitale Wahlhilfen als politisches Bildungsangebot genutzt werden und welche Wirkung sie entfalten. Wir möchten unsere Befragung dazu nutzen, um herauszufinden, wie sich politisches Wissen in Zukunft noch besser vermitteln lässt“, erklärt Marschall das Forschungsinteresse seines Teams. Noch bis zum Wahltag am 15. März können sich Wählerinnen und Wähler unter lokal-o-mat.de für ihre anstehende Wahlentscheidung informieren.